Atmung geschieht automatisch – und lässt sich bewusst beeinflussen.
Neuronale Netzwerke im Hirnstamm steuern die Atmung fortlaufend und passen sie an den Bedarf des Körpers an. Gleichzeitig können wir sie willentlich verändern. Emotionen, Aufmerksamkeit und körperliche Aktivierung wirken dabei mit.
Diese Verbindung eröffnet einen gezielten Zugang zur Atemarbeit. Entscheidend ist, welche Veränderung für den jeweiligen Menschen sinnvoll ist. Bei Atemnot kann der Versuch, immer tiefer zu atmen oder jeden Atemzug zu kontrollieren, zusätzliche Anstrengung erzeugen. Ich verbinde individuelles Atemtraining mit körperorientierter Nervensystemarbeit und einem psychopneumologischen Blick auf Atemnot.

Breathing · Thinking · Functioning
Ein Modell, um Wechselwirkungen bei Atemnot zu verstehen.
Beschwerden, die eine medizinische Einordnung brauchen
Luftnot, Druck im Brustkorb, Hyperventilation oder das Gefühl, nicht ausreichend durchatmen zu können, sind reale Beschwerden. Sie benötigen eine medizinische Einordnung.
Auch wenn eine körperliche Erkrankung behandelt wird oder Untersuchungen keine ausreichende organische Erklärung liefern, können belastende Atembeschwerden bestehen bleiben. Dann betrachten wir ergänzend: Wie wird die Atemnot wahrgenommen? Welche Befürchtungen entstehen? Welche Aktivitäten werden vermieden? Welche Reaktionen erhöhen möglicherweise die Belastung?
Drei Teufelskreise und ihre Ansatzpunkte
Ich beschäftige mich intensiv mit Psychopneumologie – den Wechselwirkungen zwischen Atmung, psychischem Erleben und dem Umgang mit Atembeschwerden. Eine wichtige Orientierung bietet das Breathing–Thinking–Functioning-Modell des Cambridge Breathlessness Intervention Service. Es beschreibt drei miteinander verbundene Teufelskreise, die Atemnot verstärken oder aufrechterhalten können.
Breathing – Atemnot verändert das Atemmuster
Wer Atemnot empfindet, versucht häufig, mehr Luft aufzunehmen. Schnellere, größere oder angestrengte Atemzüge können jedoch ein ungünstiges Atemmuster begünstigen und die Atemarbeit erhöhen. Das Atemnotgefühl kann sich dadurch verstärken.
Ansatz: Hier setzen individuell ausgewählte Atemübungen und das Einüben eines günstigeren Atemmusters an.
Thinking – Atemnot verändert Aufmerksamkeit und Gedanken
Ein Atemgefühl kann als bedrohlich erlebt werden. Befürchtungen richten die Aufmerksamkeit noch stärker auf das Symptom. Angst und Anspannung können wiederum die Atmung und das Atemnoterleben beeinflussen.
Ansatz: Wir betrachten innere Selbstgespräche und den Umgang mit Körperempfindungen – um das Erleben besser einzuordnen und mit Alarmreaktionen umzugehen.
Functioning – Atemnot verändert den Alltag
Aus Sorge vor Atemnot werden Bewegung oder andere Aktivitäten möglicherweise zunehmend vermieden. Längerer Rückzug kann die körperliche Leistungsfähigkeit verringern. Alltagsanforderungen werden anstrengender und können erneut Atemnot auslösen.
Ansatz: Hier braucht es realistische Schritte für Aktivität und Teilhabe, abgestimmt auf die medizinische Situation.
Das Modell wurde für chronische Atemnot entwickelt und ist nicht an eine bestimmte Erkrankung gebunden. Auch bei dysfunktionaler Atmung prüfen wir individuell, welche Zusammenhänge für die eigene Situation hilfreich sind. Es bietet Orientierung, ohne die medizinische Ursache der Beschwerden zu erklären oder eine Diagnose zu ersetzen.
Ein ruhiger Atemrhythmus zum Mitmachen
Wählen Sie ein Atemmuster und folgen Sie dem Rhythmus. Diese Übung dient der ersten Orientierung und ersetzt kein individuelles Training.
Setzen Sie sich aufrecht hin, entspannen Sie Kiefer und Schultern. Klicken Sie auf „Starten".
Vier Ansatzpunkte der Begleitung
Atemmuster erkennen und verändern
Wir betrachten Ihre Atmung in Ruhe und in typischen Beschwerdesituationen. Ich leite Sie in passenden Atemübungen an und trainiere mit Ihnen eine funktionalere Atmung – unter Berücksichtigung medizinischer Befunde und Belastbarkeit.
Sie üben, hilfreiche Veränderungen im Alltag anzuwenden, ohne jeden Atemzug dauerhaft überwachen zu müssen.
Körperliche Anspannung regulieren
Wir beziehen Körperwahrnehmung, Orientierung und Ressourcen ein. Sie lernen, frühe Zeichen von Anspannung zu bemerken und herauszufinden, was Ihnen in einem belastenden Moment hilft.
Die Arbeit erfolgt individuell, ressourcenorientiert und traumasensibel.
Den Umgang mit Atemnot verändern
Wir schauen darauf, was Sie in einem Atemnotmoment denken, erwarten und tun. Welche Reaktion gibt Orientierung? Welche erhöht den Druck? Daraus entwickeln wir konkrete Möglichkeiten für den Umgang mit Beschwerden.
Alltag und Teilhabe berücksichtigen
Wir betrachten, welche Situationen schwierig geworden sind und wo Sie wieder mehr Handlungsspielraum wünschen. Die Schritte richten sich nach Ihrem Gesundheitszustand; medizinische oder physiotherapeutische Empfehlungen werden berücksichtigt.
Was diese Begleitung ermöglichen kann
- Das eigene Atemmuster besser verstehen und hilfreiche Veränderungen einüben.
- Frühe Anspannung und Alarmreaktionen bemerken.
- Mit Atemempfindungen bewusster umgehen.
- Fragen und Bedürfnisse im Kontakt mit anderen klarer ausdrücken.
- Passende Schritte für Alltag und Teilhabe entwickeln.
Welche Veränderungen erreichbar sind, hängt von Ihrer Ausgangssituation ab. Wir prüfen gemeinsam, was hilft und wo zusätzliche fachliche Unterstützung erforderlich ist.
Atemarbeit, Denken und Kontakt wirken zusammen
Bei Atemnot verändert sich oft das innere Gespräch: „Ich muss das kontrollieren." – „Mit meinem Körper stimmt etwas nicht." – „Niemand versteht, wie sich das anfühlt." Solche Gedanken nehmen wir ernst und betrachten ihre Wirkung.
Zugleich kann es wichtig sein, Beschwerden, Fragen und Bedürfnisse gegenüber Fachpersonen oder Angehörigen verständlich auszudrücken. Hier verbindet sich meine Atemarbeit mit Kommunikation und Psychologie: Ich mache sichtbar, wie Körperempfindungen, Deutungen und Reaktionen zusammenwirken, und unterstütze Sie dabei, neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Traumainformierte Perspektive (ETR)
Verbindung von Atemmechanik, Körperempfindungen, Anspannung und Verhalten für nachhaltige Selbstregulation.
Zusammenarbeit mit dem Hufeland Klinikum
Ich bin Teil des Dyspnoe-Zentrums des Hufeland Klinikums am Standort Bad Langensalza, der Abteilung für Pneumologie und Beatmung unter Chefarzt Dr. med. Jan Hinrichs. Mein Beitrag ergänzt die medizinische und physiotherapeutische Perspektive durch individuelles Atemtraining, körperorientierte Nervensystemarbeit und psychologisch informierte Begleitung im Umgang mit Atembeschwerden.
Die ärztliche Diagnostik und Behandlung bleiben in medizinischer Verantwortung. Meine Begleitung wird passend zur jeweiligen Situation eingeordnet.

Klinischer Partner
Chefarzt Dr. med. Jan Hinrichs
Chefarzt der Abteilung für Pneumologie und Beatmungsmedizin
Hufeland Klinikum Bad Langensalza — Abteilung für Pneumologie & Beatmung
Standort Bad Langensalza · Dyspnoe-Zentrum
Webauftritt der Klinik aufrufenKlarer Atem. Ruhiger Körper. Mehr Sicherheit.
Orientierungsgespräch
Wir besprechen Ihr Anliegen und klären, ob mein Angebot passt.
Gemeinsames Ausgangsbild
Wir betrachten Atemmuster, Anspannung, Gedanken, typische Beschwerdesituationen und Auswirkungen auf den Alltag. Daraus ergeben sich individuelle Ziele.
Training und Begleitung
Atemübungen, Nervensystemarbeit und der Umgang mit Beschwerden greifen ineinander. Gemeinsam prüfen wir, was hilfreich ist und angepasst werden sollte.
Übertragung in den Alltag
Sie erproben passende Schritte in vertrauten Situationen. Umfang und Rhythmus vereinbaren wir individuell.
Meine Begleitung ersetzt keine ärztliche Diagnostik oder Behandlung. Neue oder deutlich zunehmende Atemnot muss medizinisch abgeklärt werden; bei plötzlich schwerer Atemnot ist akute medizinische Hilfe erforderlich.
Bereit für mehr Klarheit?
Sie planen einen Fachtag, suchen einen Impuls für Ihr Team oder möchten ein Thema in einem Webinar vertiefen? Schildern Sie mir kurz Ihre Einrichtung, Ihre Zielgruppe und den Anlass. Gemeinsam klären wir, welches Format zu Ihrem Anliegen passt.
Was geschieht nach Ihrer Anfrage?
- Ich lese Ihre Nachricht und melde mich, um offene Fragen und einen möglichen nächsten Schritt zu klären.
- Bei einer Anfrage für eine Einrichtung besprechen wir Zielgruppe, Thema, Rahmen und gewünschte Wirkung.
- Bei einem persönlichen Anliegen prüfen wir, ob meine Begleitung passend ist. So erhalten Sie Orientierung, bevor Sie sich entscheiden.
Lieber direkt schreiben?
office@sandra-hahne.deBitte teilen Sie zunächst nur die Informationen mit, die für eine Kontaktaufnahme nötig sind. Ausführliche medizinische Unterlagen gehören nicht in die erste Nachricht.
